1. Konzept und Vorbereitungen
Während unserer viermonatigen Afrikareise 2002/2003 war die Besteigung des Kilimandjaro als einziges wesentliches Ziel unvollkommen geblieben. Vor allem des schlechten Wetters wegen hatte Ute den Gipfel nicht erreicht; für Th bestand auf dem höchsten Punkt keinerlei Aussicht, geschweige denn das von allen Bergsteigern gerühmte Gipfelerlebnis.
Aus Zeitgründen war eine Wiederholung nur per Flugzeug-Anreise möglich. Eine Pauschalbuchung bei einem Reisebüro war uns, als Individual-Reisenden, zu langweilig und auch nicht nötig, weil wir uns in der Zielgegend nun ein wenig auskennen. Wir bestellten also nur den Flug, am einfachsten ohne Zwischenlandung und ohne Umweg bei "Thomas Cook / Condor" direkt von Frankfurt zum Kilimanjaro(-Aerport). Nur der Rückflug führt mit einer Zwischenlandung über Mombasa. Da diese Fluglinie nur wöchentlich verkehrt und allein die Bergbesteigung eine Woche dauert, hat sich der Zeitrahmen von insgesamt zwei Wochen angeboten. Die "überzähligen" Tage ließen sich durch den Besuch von Tierparks und durch "Rumbummeln" gut ausfüllen.
Die Bergbesteigung planten und bestellten wir schon von zu Hause aus, um in Tansania Zeit zu sparen. Vom Vorjahr kannten wir das "Marangu-Hotel" als einen soliden und (damals) preiswerten Tour-Operator. Diesmal lagen die Kosten für die 7-Tagestour über die Rongai-Route mit mehr als 1100 Dollar pro Person allerdings erheblich höher als das im Vorjahr eingeholte Angebot für eine (damals nicht angenommene) 6-Tagestour. Der Einfachheit wegen haben wir die Tour trotzdem hier gebucht.
Hotel-Übernachtungen sind in der Umgebung des Kilimandjaro nach unserer Erfahrung vielerorts ziemlich teuer, Campingübernachtungen kosten hingegen fast nichts. Da wir auf den Comfort des Hotelzimmers verzichtet können, planten wir die Reise als Campingreise. Das hat als Nachteil allerdings ein höheres Gepäckaufkommen zur Folge: Ein Rucksack pro Person reicht nicht; es mußte ein weiteres Gepäckstück pro Person mitgenommen werden. Den Masai-Campingplatz in Arusha hatten wir schon vom Vorjahr her in guter Erinnerung, den Campingplatz "Honey Badger" bei Moshi wollten wir ohnehin gern kennenlernen, und auch im Marangu-Hotel ist Camping-Unterbringung möglich.
Da unsere Tochter Cornelia Lust zur Beteiligung hatte, unternahmen wir die Reise zu dritt.
2. Eindrücke
Man könnte denken, als "Backpacker" käme man unmittelbarer und intensiver mit dem bereisten Land und den Menschen in Berührung als der Autofahrer in seinen vier Wänden. Dieser Unterschied war aber nicht spürbar. Vermutlich wurde er vor allem dadurch zunichte gemacht, daß wir uns in einer touristischen Hochburg aufhielten. Hier herrscht praktisch eine Zweiklassengesellschaft, auf der einen Seite die armen Schwarzen und auf der anderen Seite die reichen Weißen. Der Unterschied ist so kraß und so offensichtlich, daß er jeden anderen Kontakt überdeckt. Letzten Endes läuft alles - mit verschiedenen Abwandlungen - immer wieder auf den Touristen heraus, der dem Einheimischen ein Almosen abgibt.
Im Unterschied zur Anreise auf dem Straßenweg hat auch die schnelle An- und Abreise und die kurze Aufenthaltszeit die Eindrücke deutlich gemindert. Wenn man innerhalb von wenigen Stunden von Europa kommt und wieder dorthin geht, fühlt man sich fremder und weniger heimisch als nach wochenlangem Weg. Eine solche Flugreise kann eine Reise wie im Vorjahr in keiner Weise ersetzen.
Die Beobachtung kann zwar täuschen, aber es scheint auch in Afrika Veränderungen zu geben. Verschiedenen Straßen sind seit dem letzten Jahr verbessert worden. Möglicherweise haben auch ein paar mehr Menschen einen höheren Lebensstandard erreicht. Es gibt im Straßenbild eine Minderheit, der man das an Kleidung und Auftreten ansieht. Wir freuen uns über jeden einzelnen, dem das gelingt. Allerdings schwindet mit jedem von ihnen auch eine Winzigkeit dessen, was uns an Afrika beeindruckt hat: Die an den Straßen entlanglaufenden lastentragenden und tiereführenden Menschen, die wasserschleppenden Frauen mit Kindern auf dem Rücken, die afrikanischen Hütten, die primitiven Verkaufsstände, die Märkte, die einfache Lebensweise, die Masai-Hirten, die riesige unberührte saubere Landschaft.
Ist es Zufall, daß wir - auffälliger als im Vorjahr - ansässige Weiße in gehobenen Stellungen finden? Es gibt den Herrn Benett (Besitzer des Marangu-Hotels), Frau Gehrken-Trappe (Besitzerin der Lodge River-Trees), etliche Weiße im Masai-Campingplatz, die sich wie Besitzer gebahren, und vermutlich den weißen Inhaber von Tropic-Trails.
Die Gedanken zur Besteigung des Kilimandjaros haben sich nicht wesentlich gegenüber denen des Vorjahres geändert, sondern eher bestätigt und bekräftigt. Deshalb genügt vorstehender Link auf jene Stelle. - Leider hatten wir bei sonst guten Bedingungen just am Gipfeltag wiederum schlechtes Wetter, daher ebenfalls keinen vollen Erfolg der Reise.
3. Reiseroute in Tansania
Die schwarze Linie zeigt die gefahrenen Strecken, die gepunktete Markierung enthält die 7-tägige Bergbesteigung mit An- und Abfahrt. Man sieht den Flughafen (als rotes Symbol), die Städte Arusha, Moshi und Marangu, natürlich den Kilimandjaro und die Nationalparks Lake Manyara, Tarangire und Ngorongoro.
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Überblick:
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4. Ablauf
Am 29. Januar spät abends startet der achtstündige Flug von Frankfurt nach Kilimanjaro(-Aerport) nahe Arusha. Ein Taxi bringt uns nach Marangu, einem der Ausgangspunkte für Bergbesteigungen. Alles ist vorbereitet, tags darauf beginnt die 7-tägige Besteigung entlang der Rongai-Route - also mit Zeltübernachtungen - mit einem Team von 7 Trägern, einem Guide und zwei Assistenten. Das Wetter ist gut bis wechselhaft, jedoch am Gipfeltag sehr schlecht. Die drei Anmarschtage bis zum Mawenzi-Tarn in 4200 m Höhe bereiten keine Schwierigkeiten; dort folgt ein Akklimatisierungstag mit Ausflug auf einem Mawenzi-Grat. Am nächsten Tag geht es zur Kibo-Hut in 4700 m Höhe. Immer nur mal kurzzeitig bemerken wir leichte Beeinträchtigungen (sehr schwache Kopfschmerzen, Schwindel) durch die Höhe, die sich immer wieder legen. Am Gipfeltag, Do dem 5. Februar, beginnt der Aufstieg wie üblich um Mitternacht. Es herrscht äußerst unfreundliches Wetter mit zunehmendem Eis- und Schneegriesel-Wind(-Sturm). Erst um 7 Uhr erreichen wir den Kraterrand am Gillman's-Point in 5680 m Höhe. Es ist fast nichts zu sehen. Nur Th unternimmt die beträchtliche Anstrengung, zusammen mit dem Guide Simon in zügiger Geschwindigkeit am Kraterrand entlang weiter bis zum höchsten Punkt, dem Uhuru-Peak in 5895 m Höhe, zu gehen. Der Abstieg ist ebenfalls beschwerlich und anstrengend, steht aber in keinem Vergleich zur vorjährigen Strapaze. Von der Kibo-Hut gehen wir am Nachmittag entlang der Marangu-Route noch bis zum folgenden Lager, am letzten Tag dann bis zum Gate dicht unter 2000 m Höhe und per Fahrzeug zum Hotel. Die Begleitmannschaft hat sich ein ordentliches Trinkgeld und eine Abschiedsfeier verdient.
Nach einer weiteren Zelt-Übernachtung im Marangu-Hotel-Komplex fahren wir per Taxi zum Campingplatz "Honey Badger" nahe Moshi, den wir - wie oben angedeutet - kennenlernen wollten. Tatsächlich finden wir im Gästebuch etliche Spuren uns bekannter Reisefreunde. Der Platz ist sehr schön, gut gepflegt und vortrefflich betreut, die Sanitäranlagen sind mittelmäßig. Einziger Nachteil: Er liegt abseits; ohne eigenes Verkehrsmittel hat man Mühe, etwas anderes zu machen als auszuruhen und sich dem Nichtstun hinzugeben. Oder man läßt sich von einem Einheimischen fahren.
Ein Taxi bringt uns am folgenden So, dem 8. Februar, nach Arusha auf den Masai-Campingplatz. Wie im Vorjahr verleben wir einige Tage gemütlich, gut verköstigt, mit gelegentlichen Stadtbummeln. Wir buchen im campingplatz-eigenen Unternehmen "Tropic Trails" eine zweitägige Safari in die Nationalparks Tarangire und Lake Manyara. Dort sehen wir die üblichen afrikanischen Tiere, wie Antilopen, Affen, Elefanten in sehr reicher Zahl und sehr nahe, aber auch Büffel, Nashörner, Flußpferde und schließlich sogar mehrere Löwen, wenige Armlängen entfernt.
Am Abreisetag, Fr 13. Februar, geht es schon um 5:30 Uhr aus dem Zelt, eine Stunde später ist alles verpackt, ein Taxi bringt uns zum Flughafen, wo die vorsorglich mitgebrachten Bananen als Frühstück dienen. Der Flug führt zunächst nach Mombasa/Kenia. Dort haben wir zwei Stunden Aufenthalt, ehe es weiter nach Frankfurt (18:30) geht. Nach Gepäckempfang und S-Bahn-Fahrt finden wir unser Auto an der vor zwei Wochen geparkten Stelle und fahren zurück nach Eltmann.
Eine detaillierte Darstellung des Ablaufes findet sich im Reisetagebuch, das für Außenstehende in der Regel weniger interessant sein wird.
5. Bilder
Eine Auswahl der Fotos steht bereit. Der aufmerksame Betrachter wird feststellen, daß ausgerechnet vom Tag der Gipfelbesteigung kein Bild enthalten ist. Das liegt am schlechten Wetter jenes Tages.
6. Ausgaben
Sie belaufen sich - für drei Personen - auf etwa 8000 EUR. Den "Löwenanteil" daran haben mit 2450 EUR der Flug und mit 3450 EUR die Gebühr für die Besteigung des Kilimandjaro. Weitere Nationalpark-Eintritte, Visa und Fahrkosten betrugen 840 EUR. Trinkgeld belief sich auf fast 700 EUR, Mitbringsel auf 80 EUR. Der Rest sind 480 EUR, die wir also individuell für Essen, Trinken und Campinggebühren ausgegeben haben.
Darin sind Anschaffungen (wie Kleidungsstücke und Campingartikel) nicht enthalten. Die meisten Ausrüstungsgegenstände besaßen wir ohnehin schon vom Vorjahr. Es mußte nicht sehr viel neu angeschafft werden.
Bei der Kostenaufstellung ist vereinfachend der Wert von EUR und Dollar gleichgesetzt worden. Es ist ebenfalls eine Detailauflistung vorhanden.